Neuigkeiten aus dem Bundestag

15.06.2015

Bundestagsmandat für vier Tage: TU-Student blickt hinter die Kulissen des Bundestags

Heute hatte ich Dortmunder Besuch in meinem Büro. Der 19-jährige TU-Student Björn Wunderwaldt – selber politisch aktiv – schaute mir einen Tag bei meiner Arbeit über die Schulter. Doch Björn schlüpfte auch in die Rolle eines Abgeordneten. Denn Hintergrund von Björns Besuch war die Veranstaltung Jugend und Parlament, die seit Samstag im Bundestag stattfindet.

Bei dieser Veranstaltung stellen 315 junge Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet in einem Planspiel das parlamentarische Verfahren nach. Ich hatte Björn als Dortmunder Teilnehmer nominiert. Die Nachwuchspolitiker simulieren vier Gesetzesinitiativen. Zur Debatte stehen u.a. ein Entwurf zur Schaffung eines Einwanderungsgesetzes sowie die Anonymisierung von Bewerbungsverfahren, mit der sich Björn intensiv auseinandersetzt. Dabei lernt er die Arbeit der Parlamentarier kennen – in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen. 

Bei der abschließenden Debatte im Plenarsaal, die heute und morgen stattfindet, treten 48 Redner aus allen fiktiven Fraktionen ans Pult und versuchen, Mehrheiten für ihre politischen Anliegen zu gewinnen. Zum Abschluss der Veranstaltung diskutieren die Teilnehmer morgen mit den Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen, wie realitätsgetreu Jugend und Parlament die parlamentarische Arbeit in den vier Tagen abbilden konnte. 

„Ich habe viel aus der spannenden Zeit hier mitgenommen“, so Björn Wunderwaldt. „Wir hatten eine Menge konstruktiver Diskussionen und das an ganz besonderen Orten wie dem Plenarsaal des Bundestages. Es war auch interessant mit so vielen prominenten Politikern in Kontakt zu kommen und sich einfach frei im Bundestag bewegen zu können. Ganz besonders habe ich mich übrigens darüber gefreut, mein „Mandat“ für die Fraktion der „Arbeitnehmer Partei Deutschlands“ (APD) wahrnehmen zu können. Die APD soll wohl eine fiktive SPD sein und entspricht damit auch meiner eigenen politischen Ausrichtung.“

Wer weiß, vielleicht kann ich ja Björn irgendwann erneut in den Reihen des Plenarsaals begrüßen – dann aber als Kollegen. 

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