Neuigkeiten aus dem Wahlkreis

 

08.12.2015

Der moralische Zeigefinger ist keine Hilfe

Will man Regelungen treffen, die es Prostituierten erlauben in einem sicheren Umfeld ohne Vorverurteilungen zu arbeiten, so muss man miteinander ins Gespräch kommen. Dortmund tut dies seit vielen Jahren vorbildlich. So steht das Dortmunder Modell für eine einheitliche Vorgehensweise aller mit Prostitution befassten Behörden und Hilfsreinrichtungen der Stadt.

Da nun vom Bundesfamilienministerium ein neuer Entwurf für ein Prostituiertengesetz ausgearbeitet wurde, traf ich mich mit Vertreterinnen der Dortmunder Mitternachtsmission. Der Verein berät Prostituierte, ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel. Einig waren wir uns, dass der neue Entwurf die bisher von Beratungsstellen und Verbänden geäußerte Kritik teilweise aufgenommen hat. Allerdings gehen die Veränderungen dem Verein noch nicht weit genug. Statt über die Ausgestaltung von Meldeverfahren nachzudenken, sollten die Angebote für die betroffenen Frauen ausgebaut werden. Restriktive Maßnahmen, das zeigten die Erfahrungen aus anderen Ländern, seien dagegen kontraproduktiv und führten verstärkt in die Illegalität. Gut, dass Manuela Schwesig den ersten Entwurf verändert hat und so die Diskussion noch einmal eröffnet hat. 

 
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