Neuigkeiten aus dem Bundestag

16.10.2019

Fachgespräch zum Thema Handwerk

Die Tarifbindung im Handwerk geht seit Jahren zurück. Diese Problematik ist eine der Ursachen des teils gravierenden Fachkräftemangels in der Branche. Es wird Zeit, diese Entwicklung mit konkreten Maßnahmen zu stoppen. Ich habe mich daher heute mit Vertretern des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Gewerkschaften und einiger Innungen zum Fachgespräch getroffen.

 

Nur noch 30 Prozent der Arbeitsverträge im Handwerk sind tarifvertraglich geregelt. Alle Anwesenden waren sich heute einig darüber, dass dieser Zustand nicht weiter haltbar ist. Jetzt sind entschiedenere Schritte nötig. Ein positives Ergebnis des heutigen Gesprächs ist es, dass der ZDH einen gemeinsamen Aufruf zum Abschluss von Tarifverträgen mit dem DGB und der IG Metall zugesagt hat. Bestehende Erfolgsmodelle, die tarifgebundene Unternehmen für den Kunden sichtbarer machen, sollen bundesweit herausgestellt werden. Ein Beispiel dazu ist das Siegel ‚Autohaus fair‘, das die IG Metall an Betriebe vergibt, die nach Tarifen bezahlen, eine gute Ausbildung anbieten und einen Betriebsrat haben.

 

Eine weitere Stellschraube, an der wir drehen wollen: Mit einem Bundes-Tariftreuegesetz müssen wir dringend den Druck für mehr Tarifbindung erhöhen. Unser Arbeitsminister Hubertus Heil hat das schon mehrfach eingefordert. In den Länder-Vergabegesetzen gibt es bereits solche Tariftreueklauseln.

 

Neben der Verbesserung der Löhne und der Arbeitsbedingungen sind weitere Schritte nötig. Verschiedene Maßnahmen erhöhen die Attraktivität des Handwerks für Auszubildende und Fachkräfte: Dazu zählt die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken. Gleichzeitig bauen wir das Meister-BAföG aus und senken die Gebühren für bestandene Meisterprüfungen. Nächste Woche beschließen wir eine Mindestausbildungsvergütung im Bundestag.

 

Ich werde die Entwicklungen im Blick behalten und mich weiter mit den verschiedenen Akteuren treffen. Sollte sich keine Bewegung abzeichnen, werden wir auch gesetzliche Maßnahmen in Betracht ziehen.

 


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